Kursthemen

  • Einen ersten Eindruck über Inhalte, Funktionen und Features im Lernraum kannst Du Dir mit unserem Demokurs Harnapparat verschaffen, den wir hier auszugsweise abbilden.
    Damit Du Dich nicht wunderst: Um den Originalkurs zu verschlanken, haben wir einige Themen ausgeblendet; im Demokurs erscheinen sie als "nicht verfügbar".

    Zu Beginn Deines Rundgangs zeigen wir Dir noch unabhängig von den Kursen unsere Serviceangebote im Lernraum

    Viel Spaß!

    Das Team Lernraum arche medica

  • Lernziele

    Nach dem Durcharbeiten dieser Lerneinheit solltest Du folgende Fragen beantworten können:

    • Wie werden die Ursachen des akuten Nierenversagens klassischerweise eingeteilt?
    • Welche ist nach dieser Einteilung die allerhäufigste Ursachenform des ANV? Nenne dafür konkrete Situationen (Dafür musst Du das Thema "Notfall" bereits gelernt haben)

    Viel Spaß beim Lernen!


    Definition

    Plötzlicher, häufig reversibler, Funktionsausfall der Nieren mit Versiegen der Harnausscheidung und einem Anstieg der harnpflichtigen Stoffe im Blut.

    Ursachen (klassische Einteilung)

    Prärenal (vor der Niere gelegen)
    • 70 % der Fälle
    • Verminderung des effektiven Blutvolumens (z. B. Kreislaufversagen/Schock, Blutdruckabfall, Herzinsuffizienz), dadurch Niereninfarkt (der Filtrationsdruck ist nicht ausreichend).
    • Es kommt dadurch sekundär zu ischämisch bedingten Schädigungen von Nephronen.

    Der Organismus versucht in solchen Fällen durch Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS), Katecholamin-Ausschüttung und erhöhte ADH-Ausschüttung eine Gegenregulation vorzunehmen. Dies führt zu einer verminderten Ausscheidung von Wasser und Natrium.

    Renal (in der Niere gelegen)
    • 20 % der Fälle
    • Primäre Schädigung von Nephronen. Im Rahmen dieser direkten Schädigungen kommt es häufig zu ausgedehnten Tubulusnekrosen, die zur Ablagerung von Zelltrümmern im Tubuluslumen.
    • Hämolyse
    • großflächige Muskelquetschungen (führen zu Verstopfung des Tubulusapparates durch Hämoglobin bzw. Myoglobin)
    • entzündlich (Goodpasture-Syndrom, Rapid progressive Glomerulonephritis, Vaskulitis, Pyelonephritis, interstitielle Nephritis)
    • Toxische Schädigung der Nierentubuli durch körpereigene Gifte (z.B. bei Pankreatitis, Schwangerschaftsgestose, Hämolyse) und zugeführte Gifte (z.B. E605, Anilin, Zytostatika, Drogen, Kontrastmittel)
    • hämolytisch urämisches Syndrom (HUS)
    • Rhabdomyolyse
    • Bence-Jones-Proteine und Hyperkalzämie im Rahmen eines Plasmozytoms
    Postrenal (nach der Niere gelegen)
    • 10 % der Fälle
    • Harnwegsobstruktion (Prostatahypertrophie, Tumoren, Nierensteine). Durch die Obstruktion kommt es zur Anurie und zur Druckerhöhung oberhalb des Abflusshindernisses. Dadurch wird die Durchblutung der Niere gedrosselt.
    • Urolithiasis
    • Prostatahyperplasie
    • Tumoren
    • Stenosen
    • Sonstige Abflusshindernisse
    Verlauf
    Stadium 1: Schädigungsphase
    • Harnmenge ~ 500 ml
    • Symptome der jeweiligen Ursache
    Stadium 2: Oligoanurische Phase
    • Harnmenge < 500 ml
    • Elektrolytstörungen:
      • Hypertonie, Ödeme, Herzrhythmusstörungen (Na+-/Ka+-Retention)
      • schlaffe Muskulatur und schwache Reflexe (Kalziumretention)
      • Azidose (H+-Retention)
    • Urämische Symptome (selten)
      • Gicht (Harnsäureretention)
      • Café-au-lait-Colorit (Urobilinogen-Retention)
      • Tremor, Bewusstseinstrübung (Harnstoffretention)
    Stadium 3: Polyurische Phase
    • Überkompensation mit > 2 l Harnmenge und massiver Elektrolytausscheidung
    • Hypotonie, Exsikose (Natrium-/Wasseraussch.)
    • Herzflimmern, Tachykardie (Kaliumausscheidung)
    • Tetanie (Kalziumausscheidung)
    • Alkalose, Bradypnoe (H+-Ausscheidung)
    Stadium 4: Regenerationsphase
    • Auch: Resitutio, Wiederherstellungsphase
      Normalisierung der Nierenfunktion
      Abheilung

    Komplikationen                                  

    • Lungenödem
    • Herzrhythmusstörungen (Hyperkaliämie)
    • Urämie
    • Organversagen wg. dramatischer Elektrolytverschiebung
    • chronisches Nierenversagen

    Therapie

    • Ursächlich
    • Diuretika
    • Hämodialyse (ohne Dialyse droht in der Regel Urämie und Tod)
    Zuordnungsaufgabe über die Ursacheneinteilung des ANV. Gutes Gelingen!