Kursthemen

  • Einen ersten Eindruck über Inhalte, Funktionen und Features im Lernraum kannst Du Dir mit unserem Demokurs Harnapparat verschaffen, den wir hier auszugsweise abbilden.
    Damit Du Dich nicht wunderst: Um den Originalkurs zu verschlanken, haben wir einige Themen ausgeblendet; im Demokurs erscheinen sie als "nicht verfügbar".

    Zu Beginn Deines Rundgangs zeigen wir Dir noch unabhängig von den Kursen unsere Serviceangebote im Lernraum

    Viel Spaß!

    Das Team Lernraum arche medica

  • Lernziele

    Am Ende Deiner Arbeit mit dieser Lerneinheit solltest Du folgende Frage beantworten können:

    • Zähle in physiologischer Richtung der Harnaufbereitung und -ausscheidung die Organe ("Abschnitte") des Harnapparates vollständig auf!

    Viel Spaß beim Lernen!


    Die harnableitenden Organe sind

    • Nierenbecken (Pyelon)
    • Harnleiter (Ureter)
    • Harnblase (Vesica urinaria)
    • Harnröhre (Urethra)
    Das Nierenbecken (Pyelon)

    Die ableitenden Harnwege beginnen mit den Sammelrohren. Diese vereinigen sich zu den Papillengängen, die an den Nierenpapillen in die Nierenkelche münden. Die acht bis zehn Nierenkelche vereinigen sich am Nierenhilus zum Nierenbecken. Das Nierenbecken besteht aus einem Bindegewebssäckchen. In der Wand des Nierenbeckens liegen auch glatte Muskelfasern, die den Abtransport des Urins in die Harnleiter fördern.

    Beginn

    Ende

    Wandschichten

    Funktion

    Nierenkelche

    Ureter

    Mukosa

    Submukosa

    Muskularis

    Adventitia

    Entleerung in Ureter (Peristaltik abwechselnd rechts und links) , Aufnahmevolumen des Nierenbeckens ca. 6-10 cm³


    Der Harnleiter (Ureter, plural: Ureteren)

    Das Nierenbecken verengt sich nach unten zum Harnleiter. Die beiden Harnleiter (Ureteren) sind etwa 2,5 mm dicke und 30 cm lange Schläuche, die retroperitoneal in das kleine Becken ziehen und dort in die Harnblase einmünden. Die Einmündungsstelle ist dabei so in die Blasenwand eingewebt, dass sie als Ventil wirkt.

    Die Harnleiter verfügen über drei physiologische Engstellen:

    • Übergang aus dem Nierenbecken in den Harnleiter am Nierenhilus
    • Kreuzungsstellen der Harnleiter mit den großen Beckengefäßen
    • Eintritt der Harnleiter in die Blase

    Beginn

    Ende

    Länge

    Wandschichten

    Funktion

    Nierenbecken

    Blase

    20-30 cm

    Mukosa

    Submukosa

    Muskularis

    Adventitia

    Peristaltischer Weitertransport des Harns, Prädilektionsstelle für Koliken


    Die Harnblase (Vesica urinaria)

    Die Harnblase ist ein aus glatter Muskulatur gebildetes Hohlorgan. Sie liegt vorne im kleinen Becken direkt hinter der Symphyse und den Schambeinen. Das Dach der Harnblase wird vom Peritoneum (Bauchfell) bedeckt.

    Die Blasenschleimhaut kleidet das Hohlorgan aus und ist deutlich gefaltet; nur in einem kleinen dreieckigen Feld am hinteren, unteren Blasenfeld ist sie völlig glatt (Detrusor vesica/M. detrusor). Dieses vorne spitz zulaufende Blasendreieck wird in seinen oberen hinteren Eckpunkten durch die Mündungsstellen der beiden Harnleiter und vorne unten durch die Austrittsstelle der Harnröhre (Urethra) markiert.

    Am Beginn der Harnröhre, also am vorderen Eckpunkt des Blasendreiecks, verdicken sich die Muskelfasern der Harnblase zum inneren Schließmuskel (M. sphincter internus). Zusätzlich wird die Harnröhre durch den äußeren Schließmuskel (M. sphincter externus) verschlossen, der aus quergestreiften Muskelfasern des Beckenbodens gebildet wird.

    Lage

    Anatomie

    Wandschichten

    Funktion

    Zwischen Symphyse und Rektum, Fundus von Peritoneum überzogen

    Mukosa

    Submukosa

    Muskularis

    Serosa/Adventitia

    Sammeln und Speichern des Harns (500 bis max. 1000 ml, ab 1500 ml Rupturgefahr, Männer mehr Volumen als Frauen);

    ab 150 ml gehen Impulse ans Gehirn – je mehr Volumen, desto höher die Impulsfrequenz;

    unwillkürliche Entspannung des inneren Sphinkters, willkürliche Entspannung des äußeren Sphinkters;

    Entleerung immer vollständig, Restharn ist pathologisch


    Entleerung der Harnblase

    Das maximale Fassungsvermögen der Harnblase beträgt etwa 800 ml, der Drang zur Blasenentleerung (Miktion) tritt aber bereits bei einer Blasenfüllung von ca. 350 ml auf.

    Die Miktion ist ein willkürlich ausgelöster, dann aber reflektorisch ablaufender Prozess.

    • Zuerst kontrahiert die glatte Muskulatur der Blasenwand.
    • Dadurch erweitert sich die Harnröhre im Bereich des inneren Schließmuskels (M. sphincter internus).
    • Danach erschlafft der äußere Schließmuskel (M. sphincter externus).
    • Der Urin kann nun durch die Harnröhre abfließen, wobei die Entleerung der Blase durch die Kontraktion der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur unterstützt wird.

    Der Füllungsgrad der Harnblase wird durch Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand registriert und über afferente Nervenfasern in den Hirnstamm gemeldet. Übersteigt die Muskeldehnung ein bestimmtes Maß (entsprechend einer Harnmenge von ca. 350 ml), so nimmt die Zahl der von den Dehnungsrezeptoren an das ZNS geleiteten Impulse zu und im Großhirn wird ein Gefühl des Harndrangs ausgelöst. Die glatte Muskulatur wird vom Sympathikus gehemmt und vom Parasympathikus aktiviert. Der äußere Schließmuskel wird durch das willkürliche Nervensystem innerviert.

    Die Harnröhre (Urethra)

    Beginn

    Ende

    Länge

    Wandschichten

    Funktion

    Blase

    Körperöffnung

    Frauen: 4 cm, anfällig für aufsteigende Infektionen (E. coli)

    Männer: ca. 20 cm

    Mukosa

    Submukosa

    Muskularis

    Adventitia

    Transport des Harns (beim Mann auch der Samenflüssigkeit) aus dem Körper


    Deine Lerntabelle über die ableitenden Harnorgane kannst Du hier herunterladen.